Herren Hallen-Vizemeister 2018

Der UHC Hamburg gewinnt Derby-Finale – Hockeyliga.de

Der UHC Hamburg hat seine „Abschiedstour“ mit dem Titel gekrönt. Das Team, bei dem es nicht nur für den Trainer, sondern auch für viele Spiele die letzte Hallensaison war, gewann bei den KLAFS Final Four in Stuttgart das Endspiel gegen den Club an der Alster mit 8:5 (3:2) und sicherten sich damit den dritten Deutschen Hallen-Titel nach 1964 und zuletzt 2002. Alster hingegen verpasste nach einer ganz starken Spielzeit mit der ersten Saisonniederlage seinerseits Hallen-Titel Nummer drei.

„Am Ende dieser wahnsinnig spannenden Reise sind wir jetzt überglücklich, und wenn ich jetzt in die glücklichen Gesichter schaue, wird mir richtig warm ums Herz“, so Meister-Trainer Kais al Saadi. „Es war viel Arbeit bis hierher, aber die ist uns wirklich leicht gefallen. Die Jungs haben hier alles reingeworfen – Herz, Leidenschaft und eine wahnsinnige Kollektivität. Wir hatten phasenweise schon einige Probleme mit unserem Spielaufbau, und wir hatten bis zum Schluss nie wirklich die Sicherheit, dass es jetzt durch wäre. Wir durften nicht nachlassen, aber die Jungs waren im Tunnel uns extrem fokussiert.“

Alsters Fabian Rozwadowski gratulierte dem Gegner zum Sieg und erkannte an, dass „der UHC es geschafft hat zu verhindern, dass wir unser Spiel durchsetzen und unsere Stärken, vor allem in der Defensive, auf die Platte bringen konnten. Sie haben uns heute bestimmt und auch ein Stück weit gelenkt. Ich habe aber auch der Mannschaft schon gesagt, dass in dieser Saison auch sehr viel sehr gut war. Jetzt wird es eine Weile dauern, das abzuhaken. Aber dann werden die Jungs noch hungriger zurückkommen.“

Die Zuschauer in der ausverkauften SCHARRena sahen von Beginn an ein temporeiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Leichte Vorteile erarbeitete sich dann jedoch der UHC Hamburg, der auch früh in Führung gehen konnte. Nach einer sehenswerten Kombination über die rechte Angriffsseite passte Tino Teschke auf Oliver Korn, der sofort weiter auf Jonas Fürste, der den Ball ins Tor Blockte (9.). Das Momentum war damit bei den „Uhlen“, die kurz darauf auch die erste Strafecke zugesprochen bekamen. Alster konnte einen abgelaufenen Schlenzer von Patrick Breitenstein nicht richtig klären, der legte den Ball ab auf Moritz Fürste, dessen abgefälschter Schuss irgendwie ins Tor trudelte (12.). Es blieb aber ein schnelles und hart umkämpftes Spiel auf Augenhöhe. Alster bekam seine Chance ebenfalls per Ecke: Die erste wurde noch abgelaufen. Bei der Wiederholungsecke spielte Jonathan Fröschle den Ball zurück auf Rausgeber Anton Boeckel, der das 1:2 markierte (20.). Nach einem Foul an Fröschle hatte der die Chance, per Siebenmeter auszugleichen, doch UHC-Keeper Nico Jacobi parierte den flachen Schuss mit dem Fuß (22.). In der Schlussphase der ersten Hälfte übernahm Alster mehr das Kommando, während der UHC auf Konter lauerte. Und das klappte noch vor der Pause: Moritz Fürste passte aus der Drehung hinter dem Rücken auf Tino Teschke, der den Ball von links unter dem Schoner von Alster-Keeper Felix Reuß hindurch ins Tor schob (27.). Doch Alsters Antwort kam umgehend per Strafecke, die Spezialist Jonathan Fröschle sehenswert unter die Latte setzte (28.). Beide Teams hatten vor dem Pausenpfiff noch Chancen, doch mit der knappen UHC-Führung ging es in die Pause.

Es ging so weiter, wie es zuvor aufgehört hatte – mit hohem Tempo uns sehenswerten Aktionen auf beiden Seiten. Und auch die nächsten Treffer ließen nicht lange auf sich warten. Nach einer tollen Kombination passte Carl Alt in die Mitte auf den Torschützen Niklas Bruns (32.), der das 3:3 markierte. Doch praktisch im Gegenzug die erneute UHC-Führung: Ein langer Pass durch die Mitte fand Hannes Müller, und der 17-Jährige lupfte abgebrüht über den herausrutschenden Felix Reuß (32.). Der UHC nutzte seine Chancen in dieser Phase deutlich besser. Das stellte Philip Schmid in der 37. Minute unter Beweis, als er per Strafecke das 5:3 erzielte. Auf der anderen Seite hingegen brachte Alster keine saubere Ecken-Rausgabe zustande. Der UHC machte die Räume defensiv jetzt ein wenig enger und liefen nicht mehr jeden Konter, Alster tat sich allerdings schwerer, in den Schusskreis zu kommen. Doch es gab weiterhin Chancen. Eine davon nutzte Jesper Kamlade, der mittig aus acht Metern völlig frei zum Schuss kam, zum 4:5-Anschlusstreffer (48.). Doch wieder antwortete der UHC umgehend. Wieder ging ein langer Pass durch die Mitte bis auf Jonas Fürste durch, der ebenso freistehend die Zwei-Tore-Führung wieder herstellte (49.). Wieder zog sich Uhlenhorst zurück, nahm immer wieder geschickt Zeit von der Uhr und ließ Alster kommen. Doch so richtig zwingend wurden die zurückliegenden Alsteraner nur noch selten. Gut vier Minuten vor Schluss nahm Alster den Torhüter für den sechsten Feldspieler raus, doch der UHC tat es dem Gegner wenig später gleich. Alster setzte noch einen Konter zum 5:6-Anschlusstreffer durch Jesper Kamlade (58.), doch auch dem UHC gelang ein Empty-Net-Goal, das auf das Konto von Moritz Fürste ging (59.). Und auch den Schlusspunkt setzte der UHC, als Hannes Müller den Ball vom Schlussmann eroberte und ihn zur Entscheidung ins leere Tor schob (60.).
 
Club an der Alster - UHC Hamburg 5:8 (2:3)
Tore:
0:1 Jonas Fürste (9.)
0:2 Moritz Fürste (12., KE)
1:2 Anton Boeckel (20., KE) 
1:3 Tino Teschke (27.)
2:3 Jonathan Fröschle (28., KE)
3:3 Niklas Bruns (32.)
3:4 Hannes Wulf Müller (32.)
3:5 Philip Schmid (37., KE)
4:5 Jesper Kamlade (48.)
4:6 Jonas Fürste (49.)
5:6 Jesper Kamlade (58.)
5:7 Moritz Fürste (59.)
5:8 Hannes Wulf Müller (60.)